Die neuen Festbeträge sind da!

Liebe Patienten, freuen Sie sich!

Die kranken Kassen haben zusammen mit den Ärzten im gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) neu festgelegt, was Sie auf- (nicht zu-!) zahlen dürfen. Bis morgen, 15. Juli 2011, z.B. bei der 3er-Packung von Atmadisc forte „nur“ 93,57 Euro. Die 10 Euro Zuzahlung, die Sie gewohnt sind, dürfen Sie natürlich nicht vergessen! Wenn Sie aber bis übermorgen warten, müssen Sie nur die gewohnten 10 Euro bezahlen. Warum? Fragen Sie mal den Hersteller, der hat da was vergessen…

Oder bei Cipralex 20 mg (100 Stück) „nur“ 204,06 Euro. Und selbst beim (lieferbaren) Reimport sind es noch 188,73 Euro. Auch hier gilt: bitte vergessen Sie nicht, dass Ihre Apotheke weiterhin die 10,- Euro Rezeptgebühr für die Krankenkasse kassieren und abführen muss. Den Krankenkassen geht es nämlich schlecht, müssen Sie wissen.

Sie möchten auf ein günstigeres Generikum ausweichen? Jaaaa, das tut mir leid. Da gibt es keines. Denn noch ist Escitalopram nicht generisch verfügbar. Das ist ähnlich wie bei Sortis (Aufzahlung z.B. bei einer Packung mit 20 mg und 100 Stück 135,69 Euro. Plus 5 Euro Zuzahlung). Wie bitte? Einen günstigen Reimport wollen Sie? Ja gerne. Der ist aber leider (wie immer) nicht lieferbar. Tut mir leid.

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Veröffentlicht in Apothekenalltag, Politischer Wahnsinn
8 comments on “Die neuen Festbeträge sind da!
  1. Moe sagt:

    Es muss Escitalopram heißen, nicht Citalopram 😉 Letzteres bekommt man schon länger unter Festbetrag 🙂

    • Verdammt. Natürlich. Man sollte spät Nachts keine Blogbeiträge vorbereiten… Ich wollte eigentlich „Cipralex“ schreiben und war wohl verwirrt. Danke für den Hinweis, ich habe den Eintrag entsprechend korrigiert!

  2. svuechiatrie sagt:

    Oh ja… und wie ich mich freue. Schon das zweite Medikament welches ich plötzlich absetzen muss – obwohl es mir damit sehr gut geht – weil es plötzlich nicht mehr übernommen wird… Und sich dann wundern, wieso man nicht stabil bleibt…

  3. Hajo sagt:

    na, da will ich auch mal einen „Festbeitrag“ liefern:
    Die Apothekerin meines Vertrauens (ich weigere mich standhaft, im weltweiten Netz Medikamente einzukaufen) klagt auch immer wieder darüber, dass diese Vereinbarungen doch nicht ganz soooo „fest“ sind mit der Folge, dass sich in schöner (Un-)Regelmässigheit die Verträge – und damit die „Zulassung“ der Fabrikate – wechseln. So kann man auch für Vollbeschäftigung im Gesundheitswesen sorgen 😉

  4. @Hajo: das was die Frau Kollegin meint, sind die Rabattverträge der Krankenkassen. Das ist dann schon wieder ein ganz anderes Thema was mit den Festbeträgen nur am Rande zu tun hat.

    Alles in Allem ist unser Gesundheitswesen massiv überreguliert. Würde man die Festbeträge für Medikamente bei denen es mehrere Anbieter gibt (z.b. Generika) absenken, könnte jeder Hersteller selbst entscheiden, ob er auf den Festbetragspreis geht oder nicht und man könnte sich die Rabattverträge komplett sparen. Aber das ist natürlich mein persönliches Wunschdenken und wird sicher nie eintreten…

    • lemanon sagt:

      PZ von heute (11.8.): Auch im vergangenen Jahr hat der Staat an Arzneimitteln mehr verdient als die Apotheker. Nach Zahlen des Deutschen Apothekerverbandes mussten die Versicherten 2010 4,57 Milliarden Euro Mehrwertsteuer auf Medikamente zahlen. Das sind 90 Millionen Euro mehr als die Vergütung der Apotheken.
      Fragen???

  5. squirrel1976 sagt:

    Hachja, das Cipralex-Problem hatten wir in den letzten Wochen auch öfter…und im Telefonat mit einem der „günstigen“ Re-Importeure erfahren, dass die zwar die Ware haben, aber unter dem falsch gemeldeten Preis (!) nicht ausliefern dürfen. Sprich, zum 1.8. werden auch die ihre Preise angleichen.
    Und bei all dem Geschwurbel leiden am Ende wieder die Kunden, die von einem gut wirkenden Medikament auf was anderes eingestellt werden müssen.

    • Ja, mir ging es ähnlich. Als ich beim (Re-)Importeur angerufen habe, wurde mir gesagt, dass man dort gehofft hatte, dass Lundbeck (für die Nicht-Pharmazeuten: das ist der Originalhersteller, der auf die hohen Preise besteht) den Preis zum 01.07. auf den Festbetrag senkt. Nun hat Lundbeck das nicht getan und deshalb wird der Import zum Festbetrag natürlich nicht ausgeliefert (drauflegen will man ja als armer Importeur auch nicht). Ab dem 01.08. wird dann der Import-Preis wieder an den des Originals „angeglichen“. Der Dumme ist -wie so oft- der Patient. Aber das interessiert weder kranke Kasse, noch G-BA, noch Hersteller oder Importeur…

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