Was die Top-Verwalter der Krankenkassen verdienen

Das Portal krankenkassen.de liefert mal wieder die jährliche Auswertung wie hoch der Verdienst der Kassenvorstände im vergangenen Jahr war. Ich möchte nicht den Sozialneid schüren, Ihnen aber bewusst machen, dass diese „Manager“ im Grunde nichts anderes tun als die Gelder ihrer „Mitglieder“ (Versicherten wäre korrekt!) zu verwalten und für diese Verwaltungstätigkeit recht fürstlich bezahlt werden. Besonders auffällig ist, dass es überwiegend Gehaltssteigerungen gab und das sogar bei den Kassen, die so klamm sind, dass sie von ihren „Mitgliedern“ Zusatzbeiträge einfordern.

So genehmigt sich Herbert Rebscher, Vorstandsvorsitzender der DAK, Bezüge von 240.934 Euro. Das sind ca. 5.000 Euro mehr als 2009. Bedenkt man, dass die DAK zu den Kassen gehört, die pro Mitglied 8,- Euro Zusatzbeitrag erhebt, stellt sich wohl nicht mehr die Frage, ob dieses Gehalt (und die Steigerung) gerechtfertigt ist.

Zum Vergleich: ein durchschnittlicher Landapotheker liegt bei einem Jahresbruttoeinkommen von ca. 70.000 Euro. Davon müssen allerdings auch noch Beiträge zur Renten- und Krankenversicherung bezahlt werden. Ob das auch bei den Vorständen der Krankenkasse so ist, weiß ich nicht. Von der Logik her müssten sie diese Beiträge als Angestellte von ihrem Arbeitgeber zur Hälfte bezahlt bekommen.

Wie gesagt möchte ich hier keine Neiddiskussion eröffnen. Aber: als selbstständiger Apotheker ist man für sein Tun und Handeln voll haftbar. Das heißt, wenn ich (oder auch einer meiner Angestellten, sehr pikant bei Steuerprüfungen!)  irgendwo Mist baue oder schlecht wirtschafte muss ich die Konsequenzen selbst ausbaden. Das geht bei allen Gelddingen bis in den Privatbereich, da ein selbstständiger Apotheker als „eingetragener Kaufmann“ -im Gegensatz zur GmbH oder der AG- immer mit seinem Privatvermögen haftet. Ein Vorstand der Krankenkasse kann Mist bauen ohne Ende und bekommt zum Schluss noch eine Abfindung damit er geht. Und das empfinde ich als äußerst ungerecht.

Update: der DAK geht es wohl besonders schlecht, wenn man einem Artikel in der Financial Times glauben darf. So schlecht, dass sich das Bundesversicherungsamt eingeschaltet hat.

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Veröffentlicht in Allgemeines

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