Hoppla, da hab‘ ich ja was doppelt eingenommen

Eine Kundin fragt, nachdem ihr Mann aus der Klinik entlassen wurde und nun der Hausarzt die Medikamentenumstellung durchgenommen hat, ob ich den Medikationsplan überprüfen könnte. Sie hätte nämlich den Verdacht, dass ihr Mann einige Tabletten doppelt einnehmen würde. Also bitte ich sie, dass sie den Plan und alle Medikamente ihres Mannes mitbringt und werfe ein Auge darauf. Vor mir liegen:

  • 1 Packung Antra MUPS 20 mg (Wirkstoff Omeprazol)
  • 1 Packung Lisihexal 10 mg (Wirkstoff Lisinopril)
  • 1 Packung Omeprazol ratiopharm 20 mg (Wirkstoff Omeprazol)
  • 1 Packung Metoprolol AL 50 mg (Wirkstoff Metoprolol)
  • 1 Packung Corvo 10 mg (Wirkstoff Lisinopril)
  • 1 Packung Torem 10 mg (Wirkstoff Torasemid)

Wie man aus der Aufstellung ersehen kann, sind mindestens zwei Medikamente dabei, die doppelt eingenommen werden könnten. Der Medikationsplan sieht wie folgt aus:

  • Omeprazol 20 mg 1-0-0
  • Lisinopril 10 mg 1-0-0
  • Metoprolol 50 mg 1-0-1
  • Torasemid 5 mg 1-0-0

Ich frage, wie ihr Mann die Tabletten einnimmt und Sie erklärt mir, dass er von jeder Sorte eine Tablette morgens nimmt und Abends noch die Metoprolol. Also hätten wir folgende Probleme:

  • Doppeleinnahme von Lisinopril (sowohl Lisihexal als auch Corvo)
  • Doppeleinnahme von Omeprazol (Antra und Omeprazol ratiopharm)
  • Überdosierung von Torasemid (10 mg statt 5 mg)

Das Chaos wurde zum einen dadurch verursacht, dass der Hausarzt zunächst die Klinikmedikation übernommen hat (daher noch das Antra), dann aber später auf Generika ausgewichen ist und beim Torem die doppelte Stärke verordnet hat um auch hier einzusparen. Rabattverträge habe ich bei dieser Betrachtung mal außen vorgelassen, die würden das Ganze Problem noch weiter verschlimmern.

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Veröffentlicht in Apothekenalltag
2 comments on “Hoppla, da hab‘ ich ja was doppelt eingenommen
  1. MonsterBiene sagt:

    Hallo lieber Landapotheker!

    Vielleicht solltest Du diese Aufstellung mal bei den kranken Kassen – ähem – ich meine natürlich: Krankenkassen (!) vorlegen. Schließlich führen Überdosierungen ja schnell mal zu UAW bzw. vermehrten Interaktionen mit anderen Präparaten – gerade auch bei älteren Patienten. Folge: Noch mehr Kosten im Gesundheitssystem. Oder gilt hier die zynische Betrachtungsweise: Vielleicht überlebt der Patient die UAW ja nicht und die Kassen haben dann bei ihm gar keine Ausgaben mehr. – Armes Deutschland!

    • Ich vermute, dass von Seiten der kranken Kassen eher die zynische Betrachtungsweise vertreten wird. Denn nur ein totes „Mitglied“ ist ein kostensparendes Mitglied…

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